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Medico-Fonds Nr. 2, 3 und 20 in Schieflage
31.08.2009
Die Medico-Fonds Medico Rendite Fonds Nr. 2 Berlin Kochstraße, Medico Rendite Fonds Nr. 3 Berlin Wilhelmstraße und Medico Fonds Nr. 20 Objekt Gummersbach geraten nun massiv in Schieflage.
In den Medico-Rendite Fonds Nr. 2 und Nr. 3 können die Objekte seit Jahren lediglich auf geringem Mietpreisniveau vermietet werden. In beiden Objekten stehen mehrere Objekte leer. Bis zum 28.02.2003 wurden für diese Wohnungen öffentliche Mittel des Landes Berlin geleistet. Hiernach hatte das Land Berlin den Antrag auf Anschlussförderung abgelehnt bzw. die gesetzliche Grundlage hierfür aufgehoben. Aufgrund der nun fehlenden öffentlichen Förderung fehlen dem Medico Rendite Fonds Nr. 3 jährlich rund 250.000 EUR. Deswegen teilte die Geschäftsführung des Fonds bereits im Geschäftsführungsbericht 2007 mit, dass für die Gesellschafter das Risiko der Rückforderung der bisher erhaltenen Ausschüttungen bestehe.
Auch bei dem Medico Fonds Nr. 20 Objekt Gummersbach hat sich in den letzten Jahren die finanzielle Situation des Fonds immer mehr zugespitzt. Der mit der extra Verbrauchermärkte GmbH besehende Mietvertrag ist bereits zum 30.06.2008 ausgelaufen. Seitdem ist das Objekt nicht mehr vermietet.
Das Objekt dieses Fonds war ein SB Warenhaus mit ca. 950 qm Nutzfläche. Das ursprüngliche Eigenkapital hat sich von 5.522 TEURO bis zum Stand am 31.12.2008 auf 4.435 TEURO aufgrund Kündigungen von Gesellschaftern verringert.
In dem Bericht der Geschäftsführung 2008 wird mitgeteilt, dass aufgrund des Leerstandes der Immobilie, des damit zusammenhängenden Verkehrswertes und der noch bestehenden Dauerfinanzierung nicht einmal das Auseinandersetzungsguthaben für zum 31.12.2007 gekündigte Beteiligungen festgestellt werden konnte. Wohl aufgrund der durchweg negativen Situation des Fonds haben zum 31.12.2008 Gesellschafter mit einem Kapitalanteil von insgesamt 66.467,96 EUR ihre Anteile gekündigt. Aus dem Bericht der Geschäftsführung ergibt sich: „Auch für diese Gesellschafter wird sich kein Auseinandersetzungsgutachten feststellen lassen. Die Gesellschafter scheiden somit ohne Auseinandersetzungsguthaben aus der Gesellschaft aus.“ Indes geht die Kündigungswelle der Gesellschafter weiter: zum 31.12.2009 haben weitere Gesellschafter mit einem Kapital von insgesamt 66.467,95 EUR ihre Anteile gekündigt.
Um den Bestand der Gesellschaft zumindest bis Ende 2010 zu sichern, hat nun die Geschäftsführung mit der dem Fonds ein Darlehen in Höhe von TEURO 3.689 gewährenden Westdeutschen Immobilienbank für 2009 eine Aussetzung der Tilgung des Darlehens vereinbart. Aufgrund der schwierigen liquiden Situation des Fonds wurden 2008 keine Ausschüttungen vorgenommen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für Bau- und Wohnungswirtschaft Holup KG weist in ihrem Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers vom 23. Juni 2009 ausdrücklich darauf hin, dass der Gesellschaft die Zahlungsunfähigkeit droht, soweit die Vermietungssituation nicht verbessert werden kann oder alternative Finanzierungskonzepte nicht wirken. Gleichfalls im Juli 2009 berichtete die Verwaltung des Fonds, das Objekt werde weiter zur Vermietung angeboten, eine konkrete Vermietungsperspektive gebe es allerdings nicht. Als möglicherweise erzielbarer Kaufpreis wurden maximal 1 Mio. EUR genannt. Auch hier besteht damit die Gefahr für die Gesellschafter, dass die erhaltenen Ausschüttungen zurückgefordert werden.
